Diabetische Kardiopathie

Die diabetische Kardiomyopathie ist eine spezifische Herzerkrankung, welche sich bei Patienten mit Diabetes mellitus entwickelt, die aber keine koronare Herzerkrankung oder Hypertonus haben. Wichtiger Schwerpunkt unserer Forschung ist die Pathophysiologie der diabetischen Kardiomyopathie und die Entwicklung therapeutischer Strategien, welche sich gegen spezifische pathophysiologische Aspekte der Krankheit richten. Unter anderem Veränderungen des Kalzium-Haushaltes, kardiale Fibrose und Inflammation spielen dabei eine wichtige Rolle.

Das Kinin-Kallikrein-System (KKS) ist ein System von vasoaktiven Peptiden, zu denen auch Bradykinin gehört, und führt zu einer Vasodilatation. Außerdem spielt dieses System große Rolle bei der Inflammation und Fibrose. Die Hauptwirkung der Kinine wird durch zwei Rezeptoren, B1 und B2, ausgeführt. Das KKS hat positiven Einfluss auf die pathophysiologischen Prozesse während vieler Herzerkrankungen (Herzinfarkt, Hypertrophie).

Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Wirkung des KKS bei der diabetischen Kardiomyopathie. Wir konnten zeigen, dass Stimulation des KKS durch experimentellen Gentransfer des kininfreisetzenden Enzyms Kallikrein protektiv bei der diabetischen Kardiomyopathie ist. Ausserdem interessieren uns die spezifischen Funktionen der beiden Rezeptoren. Durch Experimente mit knockout Mäusen für die beiden Rezeptoren konnten wir feststellen, dass sie unterschiedliche Wirkungen haben.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Gruppe ist die Untersuchung der Rolle des Immunsystems bei der diabetischen Kardiomyopathie. Durch spezifische Hemmung unterschiedlicher inflammatorischen Faktoren, wie der Zytokine TNF-α und IL-1β, oder pro-inflammatorischer Signalwege, wie der der p38-MAPK, konnten wir eine Reduktion der Inflammation und des kardialen Schadens, sowie eine Verbesserung der Fibrose und der Herzfunktion erreichen.

Ferner konnten wir durch experimentellen Gentransfer des Apo-I-Genes, aber auch pharmakologisch durch Statitherapie, zeigen, dass Manipulation des HDL und der Lipide im Blut positiven Einfluss auf die diabetische Kardiopathie haben kann, welcher hauptsächlich durch ihre antiiflammatorische Wirkung ausgeübt wird.



Zurzeit fokussiert sich unsere Arbeit auf die Rolle der Toll-like-Rezeptoren und der Matrix Metalloproteinasen bei der diabetischen Kardiomyopathie, welche als potenzielle therapeutische Ziele dienen könnten.

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