Zell-basierte Therapieansätze zur Unterstützung des kardiovaskulären Remodellings

Mesenchymale Stammzellen (MSC) haben gegenüber anderen Stammzellen den großen Vorteil, dass sie als nicht immunogen gelten. Dadurch werden keine Abstoßungsreaktionen von kardial verabreichten MSC erwartet aber gleichzeitig eine Inflammationsreaktion reduziert. Ein Schwerpunkt unserer Forschungsarbeit basiert auf der Überlegung MSCs zur Behandlung von inflammatorischer (dilatativer) Kardiomyopathie als zusätzliches Therapiekonzept zur kardialen Regeneration zu verwenden. Das kardiale "homing", die unterliegenden molekularbiologischen Mechanismen sowie dass regenerative Potential von MSC wird zunächst in vivo in einem etablierten experimentellen Tiermodell sowie in vitro in etablierten Zellkulturmodellen mit Coxsackievirus B3, unter ischämischen oder hyperglykämischen Bedingungen untersucht. Die erhobenen Forschungsergebnisse aus in vitro und in vivo Experimenten sowie Untersuchungen aus entnommenen humanen endomyokardialen Biopsien werden uns entscheidende Informationen zur Etablierung einer MSC-basierenden Therapie für Patienten mit inflammatorischer (dilativer) Kardiomyopathie liefern.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Forschungsarbeit beschäftigt sich mit dem Konzept einer MSCs-basierenden Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), bei welcher die aktuellen konventionellen Therapiekonzepte nur einen pallitiaven Ansatz unterstützen und eine Amputation auf lange Sicht nicht zu umgehen ist.

Im experimentellen Tiermodell der Maus (Ischämie des Hinterlaufes) konnten wir einen MSC-basierenden Therapieansatz mit aus der Plazenta - gewonnen Zellen (PLX) erfolgreich umsetzen. Wir konnten darunter einen signifikant höheren Blutfluss im Hinterbein nachweisen (Bild 2). Des Weiteren zeigte sich unter anderem eine höhere Kapillardichte. Basierend auf diesen Ergebnissen wird nun in Patienten mit pAVK Stadium IV in einer klinischen Phase I Studie mit der Firma Pluristem und den Kooperationspartner aus dem Berliner Franziskus-Krankenhaus (Leiter: Prof. Schmidt-Lucke) dieser Therapieansatz untersucht. Die ersten Patienten sind bereits eingeschlossen (Stand 07/09)
Bild 1

Bild 1:
Weiterhin bestehende Durchblutungsstörung des Hinterbeins in der Plazebogruppe (A roter Pfeil). Deutliche Verbesserung der Durchblutung des Hinterbeins nach Gabe von PLX-Stammzellen (B roter Pfeil). Zum Vergleich siehe normale Durchblutung im jeweils unbetroffenen Hinterbein (grüner Pfeil).

Aus: The role of placental-derived adherent stromal cell (PLX-PAD) in the treatment of critical limb ischemia. Prather & Tschöpe et al. Cytotherapy 2009.

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